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Der ISO Wert in der Fotografie

Eine der drei „Säulen“ der Fotografie, die das Aussehen deiner Bilder dramatisch beeinflussen kann, ist der ISO Wert (die anderen beiden sind Verschlusszeit und Blende). Wie auch die beiden anderen Einstellungen beeinflusst der ISO Wert die Helligkeit deiner Fotos. In diesem Artikel der technischen Fotografie Grundlagen erfährst du alles was es über den ISO zu beachten gibt und wie du ihn für deine Fotos am besten anwendest.

Der ISO Wert | Bedeutung/Definition

ISO ist die Abkürzung für International Organisation for Standardisation, wobei es sich um eine internationale Norm handelt. Die Definition des ISO Werts steht für die Lichtempfindlichkeit. Er steuert die Empfindlichkeit des Sensors in der Kamera. Ganz einfach ausgedrückt ist ISO also eine Kameraeinstellung, die ein Foto aufhellt oder verdunkelt. 

Wenn du die ISO-Nummer erhöhst wird dein Foto progressiv heller. Aus diesem Grund ist ISO ein gutes Werkzeug, um Bilder in dunklen Umgebungen aufzunehmen oder um flexibler bei der Einstellung von Blende und Verschlusszeit zu sein. Die Erhöhung des ISO hat jedoch Konsequenzen! Ein Foto, das mit einem zu hohen ISO-Wert aufgenommen wurde, zeigt eine Menge Bildrauschen, auch bekannt als Grain. 

Also, ein Foto über ISO aufzuhellen, ist immer eine Sache die weitgehend vermeidet werden soll. Du solltest die ISO-Empfindlichkeit nur dann erhöhen, wenn du das Foto nicht über Verschlusszeit oder Blende aufhellen kannst.

DEIN MERKZETTEL

Der Iso-Wert bezeichnet die Lichtempfindlichkeit des Sensors. 

Kleiner Wert = geringe Lichtempfindlichkeit

Hoher Wert = große Lichtempfindlichkeit

Durch hohe Iso-Werte lässt sich die Verschlusszeit verkürzen. Die Bildqualität kann darunter allerdings leiden (Grobkörnigkeit, Bildrauschen).

Übliche ISO Einstellungen

basis iso-wert

Die niedrigste ISO Einstellung auf deiner Kamera ist dein „Basis-ISO“. 

Dies ist eine sehr wichtige Einstellung, da es dir erlaubt die höchste Bildqualität zu erzielen und die Sichtbarkeit von Bildrauschen so gering wie möglich zu halten. 

Die meisten älteren DSLR Kameras und manche neuere, moderne Kameras, wie die Fuji X-T2 haben einen Basis ISO von 200.

Die meisten modernen Digitalkameras hingegen haben einen Basiswert von 100. Im Optimalfall sollte man immer versuchen diesen Wert nicht zu verändern. Das ist insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen leider nicht immer möglich.

Die Bereiche der ISO Werte sind von Kamera zu Kamera unterschiedlich. Eine ISO Werte Tabelle für eine Kamera könnte beispielsweise so aussehen:

  • ISO 100 (niedrigster ISO) 
  • ISO 200 
  • ISO 400 
  • ISO 800 
  • ISO 1600 
  • ISO 3200 
  • ISO 6400 (höchster ISO) 

Wenn du deine ISO-Empfindlichkeit verdoppelst, verdoppelst du die Helligkeit des Fotos. Ein Foto bei ISO 400 ist also doppelt so hell wie ISO 200 und das widerum ist doppelt so hell wie bei ISO 100. 

ISO-Werte um den Basiswert von 100 oder 200 stehen dabei für eine sehr geringe Lichtempfindlichkeit. Derartige Werte sind bestens geeignet, um in Situationen mit ausreichend Licht zu fotografieren. An sonnigen Tagen mit wenig Wolken oder in einem beleuchteten Studio.

Werte von 400 bis 800 werden dabei in der Regel für bewölkte Tage oder in Innenräumen mit wenig vorhandenem Licht verwendet. 

Hohe Werte ab 1600 werden bei schlechten Lichtverhältnissen verwendet, wo kein Blitz verwendet werden kann oder darf wie beispielsweise in der Eventfotografie.

Der ISO Wert und das Bildrauschen

ISO 200
ISO 3200

Das Bild ist etwas zu dunkel und du hat bereits alles eingestellt. Jetzt nur noch den ISO etwas erhöhen und alles ist perfekt belichtet oder? So einfach ist es leider nicht. Wie bereits erwähnt kann das ganze in einem sehr hohen Bildrauschen ändern, was die Bildqualität extrem mindern kann. Das hängt auch sehr stark vom Kameramodell ab. Manche ältere Kameras fangen schon bei einem ISO-Wert von 800 deutlich zu rauschen an.

Wer vor hat seine Kamera grundätzlich in weniger stark beleuchten Räumen zu benutzen, der sollte zu einer Spiegelreflexkamera oder zu einer Systemkamera greifen.Deren deutlich größere Sensoren können selbst bei höheren Werten (z.B. ISO 1600) noch halbwegs brauchbare Bilder aufnehmen.

Als Anfängerkamera empfehle ich dir hier meine erste Kamera, die Canon EOS 750D.

Wer bereit ist etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, der kann gleich in eine Vollformat Kamera, wie der Canon EOS 6D, investieren. Mit diesen kannst du das Rauschen bestmöglich minimieren und auch in dunklen Umgebungen hervorragende Bilder knipsen.  

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ISO manuell einstellen

Zum Start wählst du einen Modus aus, in dem du den ISO selbst auswählen kannst. Verlasse  den Automatik-Modus und gehe entweder über zu Manuell, Blendenautomatik, Blendenpriorität oder Programm (ich bevorzugen den Modus Blendenpriorität oder Manuell). 

An manchen Kameras ist eine spezielle ISO-Taste an der Kamera vorhanden, um die Werte blitzschnell mithilfe des Navigationsrädchens zu ändern. Wenn du keinen Button mit der Bezeichnung „ISO“ siehst, dann kann es aber auch möglich sein, dass deine Kamera dir die Möglichkeit bietet diesen zu programmieren. Überprüfe das Handbuch deiner Kamera, wenn du dir nicht sicher bist ob dein Gerät diese Funktionen bietet.

Welchen ISO Wert solltest du wann verwenden?

Viele Fotografen verstehen die Grundlagen der ISO, aber sie sind sich nicht sicher, welchen ISO-Wert sie tatsächlich in diesem Bereich wählen. In der Praxis gibt es einen Grund, warum deine Kamera eine so große Auswahl an ISO-Einstellungen zulässt. Unterschiedliche Situationen erfordern unterschiedliche ISOs und in folgenden Punkten werden einige der häufigsten Szenarien behandelt, auf die du stoßen kannst. 

Wann sollte ein niedriger ISO-Wert verwendet werden? 

Wann sollte ein niedriger ISO-Wert verwendet werden? 

Wie oben beschrieben, solltest du immer versuchen den niedrigsten ISO (Basis-ISO) deiner Kamera zu verwenden. 

Wenn viel Licht vorhanden ist, kannst du einen niedrigen ISO-Wert verwenden und so das Auftreten von Rauschen so gering wie möglich halten. 

Selbst in dunklen Umgebungen kannst du möglicherweise einen niedrigen ISO-Wert verwenden.

Wenn du deine Kamera auf einem Stativ montierst oder ganz still auf einem Tisch sitzt. In diesem Fall kannst du einen niedrigen ISO-Wert verwenden und dein Foto stattdessen mit einer langen Verschlusszeit aufhellen, da du keine Verwacklungen verursachst. Achtung! Denk daran, dass eine Kamera mit langer Verschlusszeit alles was sich bewegt verschwommen erscheinen lässt.

Wann sollte ein hoher ISO-Wert verwendet werden?

Obwohl es ideal ist niedrige ISO Werte zu verwenden, wird es oft vorkommen, dass ein hoher ISO Wert erforderlich ist, dass ein gutes Foto entstehen kann. Der einfache Grund ist, dass du oft gegen Bewegungsunschärfe kämpfen musst und du dich zwischen einem scharfen Foto mit einem hohen ISO-Wert oder einem verschwommenen Foto mit einem niedrigen ISO-Wert entscheiden musst. In diesem Fall entscheiden wir uns natürlich für das erhöhen des ISOs.

Die Quintessenz ist, dass du die ISO erhöhen solltest, wenn nicht genug Licht für die Kamera vorhanden ist, um ein scharfes, helles Foto aufzunehmen. Auch wenn du schnelle Bewegungen fotografieren willst, ist es oft notwendig, die ISO zu erhöhen. Für bestimmte Arten von Sport- und Actionfotografie ist eine hohe ISO-Empfindlichkeit die einzige Option. Um deine Bildqualität zu maximieren, folge diesen vier Schritten:

  • Wähle die Blendeneinstellung, die deine gewünschte Tiefenschärfe bietet. 
  • Stelle deinen ISO-Wert auf den Grundwert ein und stellen die Verschlusszeit auf eine beliebige Einstellung ein, um eine korrekte Belichtung zu erzielen. 
  • Wenn das Motiv verschwommen ist, erhöhe den ISO-Wert schrittweise und verwenden gleichzeitig eine kürzere Verschlusszeit, bis die Bewegungsunschärfe verschwindet. 
  • Wenn deine ISO dabei zu hoch wird und du immer noch die Möglichkeit hast, eine breitere Blende zu verwenden, dann öffne sie solange, bis der ISO-Wert besser zu bewältigen ist.

Das ist alles was es braucht! Wenn du diese Schritte befolgst, erfasst du jedes Mal die maximale Bildqualität. So findest du die ideale Balance zwischen Rauschen, Bewegungsunschärfe und Tiefenschärfe. Alles ist ein Kompromiss und diesen musst du aufgrund der letztendlichen Situation selbst treffen.

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